Marlies Corner

Boca Chica 2016

Marlies Corner V

MARLIES CORNER

03.04.16
Inzwischen sind alle wieder im Schoße der Familie gelandet und ich möchte noch einen kleinen Abschluss Bericht los werden.

Die Abreise-Stimmung war eine Mischung aus Vorfreude auf zu Hause, aber auch etwas Wehmut, unser Baseball-Paradies Boca Chica wieder verlassen zu müssen. Die Jungs haben 16 Tage lang hart trainiert, so wie sie es wohl vorher noch nie getan hatten. Manch einer kam dabei an seine Grenze. Gelernt wurde daraus, sich selber besser einzuschätzen, mutiger zu sein, nicht aufzugeben und zu kämpfen. Dinge, die man auch für das gesamte Leben brauchen kann.

Neben dem Sport gab es vielfältige fremde Eindrücke. Wir lernten die Lebenseinstellung der Dominikaner kennen, die überwiegend „tranquilo“ (ruhig, gelassen u.ä.) durchs Leben gehen, die aber im Ernstfall, nicht nur beim Baseball, absolut leidenschaftlich und explosiv sein können.

Die Jungs haben 16 Tage lang hart trainiert. Manch einer kam dabei an seine Grenze.

Nach wenigen Tagen Aufenthalt regte sich keiner mehr auf, wenn im Hotelzimmer Wasser von der Decke tropfte, nur eine von 5 Steckdosen funktionierte, Ameisenvölker ihren Weg durch den Schrank gewählt hatten, Klimaanlage und/oder Fernsehgeräte ausfielen oder die Lampe in sich zusammen brach. Entweder wurde das Zimmer gewechselt, oder nach angemessener (dominikanischer) Wartezeit die Schäden durch das Hotelpersonal fantasievoll repariert. Täglich wurden die Räume durch Zimmermädchen gereinigt und die Handtücher gewechselt. Eine Servicekraft arbeitet hier 8 Stunden täglich und hat 1 ½ Tage die Woche frei. Das sind 44 Stunden in der Woche. Sie verdient zwei-wöchentlich 7.500 Pesos, also 15.000 Pesos umgerechnet 287,50 € im Monat – und das ist hier schon ein akzeptables Einkommen!

Wie jeder von uns feststellen konnte, haben die Dominikaner ein besonderes Verhältnis zu Müll – nämlich gar keins! An Straßenrändern entlang der Küste, am Strand, auf Brachflächen und sogar auf den Baseballplätzen lässt man hier einfach alles fallen, und findet das normal …

Noch ein paar schöne Eindrücke: Der Ausflug auf die traumhaft schöne Isla Saona, Rinderherden, die um die Baseball Felder grasten und gegen 18.00 Uhr (während unserer Spiele) von Vaqueros (Rinderhirten auf Pferden) in den Stall getrieben wurden, die Erkundung der Mangroveninsel nah an unserem Strand. O-Ton: „Es war so schön. Wir haben bunte Fische, große Geckos und tropische Vögel gesehen!“ – (es muss also nicht immer Banana-Boot sein).
Zuckerrohr probieren, frisch geerntet vom Feld, und nicht zuletzt der Chinola Drink (Maracuja, Passionsfrucht) am Platz
… und, und, und …
Ich hoffe keiner vergisst, was er auf und neben dem Feld gelernt hat. Für mich war es eine schöne Zeit und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen in Frankreich.

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