Nachbetrachtung zu einer langen Reise

USA und Panama

Zum Abschluß Niederlage gegen Australien

Zum Abschluß spielten die Jungs noch ganz ordentlich, obwohl es zu Anfang so aussah als solten wir gegen die Australier, die auch körperlich klar überlegen waren, unter die Räder kommen. Am Schlag ging zunächst wieder wenig bis nichts obwohl gleich im ersten Inning der per Walk auf Base gekommene Tristan Russell nach einem Stolen Base bis ans dritte Base vorgerückt war und dann wie wir finden zu Hause ausgecallt wurde, als der Ball dem Catcher wegsprang. Das wäre ein guter Start gewesen, so dauerte es aber noch eine Weile bis dem deutschen Schildwall der erste Run gelang. Starter Ladislaus Landwehr traf die Spots nicht und musste so knackige Hits hinnehmen. Die Feldverteidigung machte jedoch die Plays,aber im zweiten Inning war es nach einem 3-Run-Homerun und 0 -5 Spielstand Zeit, etwas früher als geplant Curveball-, Slider,- und Change Up Spezialist Niccolo Dando zu bringen. Dieser ließ bis zum Spielende zwar ab und zu noch einen Hit aber keinen earned  Run mehr zu. Die weiteren drei Runs der Australier waren alle unearned, begünstigt durch deutsche Errors und einen selbst von den anderen Umpires umstrittenen Balk Call.

Am Schlag war es wieder Moritz Van Bergen, der mit einem weiten Triple an die Wall die Mannschaft auf das Scoreboard brachte, weil auch Rex Helmig einen Double nachfolgen ließ. Danach ging aber mit ihm auch der zweite Spieler an der Homeplate aus, da er auf einen zu shallow geschlagenen Flyball scoren wollte. Später erlief dann noch Tim Fischer einen zweiten Run und wenn man die 3 unearned Runs der Australier und die zwei an Home ausgegebenen deutschen Spieler einander gegenüber stellt, war es ein ausgeglichenes Spiel, was auch zu gewinnen gewesen wäre. Der Homerun der Australier machte wahrscheinlich den Unterschied aus. Niccolo Dando exekutierte seine Pitches, Körpersprache, Timing alles super, er traf die Spots und konnte immerhin sieben Australier per Strike Out zurück ins Dug Out schicken.

Was bleibt also als Fazit dieser WM? Das Spiel gegen China war katastrophal weil Errors in Schlüsselmomenten  die Mannschaft verunsichert haben, sodass am Ende gegen einen eigentlich wenn man ehrlich ist unterlegenen Gegner eine Niederlage herauskommt. Auch gegen Panama zeigte die Mannschaft nicht was es braucht um auf Weltniveau mitspielen zu können. Passiv, furchtsam ohne Elan, die Outfielder ohne den Jäger-Willen und so kam eine peinliche Niederlage dabei raus. Der ein oder andere  fängt an, nicht wirklich den Wettbewerbswillen zu zeigen, leichte Fehler zu machen, Bälle falsch anzulaufen und dann ist es  ansteckend . Das gilt aber nicht für alle Spieler, wäre das so, dann hätten wir hier gegen die Besten aus vielen Baseballländern jedes Spiel auf die Ohren bekommen. Wie schon oft erwähnt, sind 10 der deutschen Nationalspieler 2004 geboren und damit ein Jahr jünger als die Spieler der Konkurrenz dieser WM was in dem Alter einen riesigen Unterschied darstellt und was auf eine erfolgreiche Jugend NM für 2019 hoffen lässt, denn dann spielt der Core der Mannschaft im vierten Jahr zusammen. Trotzdem waren es mit  den Pitchern Paul Schmitz, Moritz Van Bergen und Noah Lindt drei 2004-er, die neben dem 2003-er Niccolo Dando ,der bei all seinen vielen Auftritten zu überzeugen wusste, zu 100 % internationalen Ansprüchen genügten. Paul wurde gegen Brasilien im ersten Spiel indem unsere Jungs gegen einen allerdings brillianten Pitcher einfach nicht willenstark dagegen hielten von seiner Defense sabotiert, zeigte aber dennoch eine gute Leistung und war gegen Taiwan als auch alle anderen voll da waren super. Süd Afrika hielt er dann ganz vom Board und ähnlich erging es Mo Van Bergen. Bei der extrem schwachen Mannschaftsleistung gegen China als unserem Infield kein Play gelingen wollte, war er super, hätte zu Null gewinnen müssen, die starken Holländer hatte er bei unserer extrem unglücklichen Niederlage ziemlich im Griff. Auch am Schlag war Mo top und beendet die WM als Triple Leader und einer soliden Batting Average von .286. Unser Closer Noah Lindt ist nervenstark, wirft sehr hart mit guten Secondary Pitches von links und versetzt uns in die Lage nachdem die Starter durch sind nocheinmal nachlegen zu können. Er hat hier in Panama zwr ab und zu etwas Pech gehabt, war aber meist bärenstark. Dazu kommt Kapitän Yannic Walther, auch Jahrgang 2004 und nach Aussage mehrerer MLB Scouts, die das Gespräch mit ihm und mir suchten der beste Catcher des gesamten Turnieres, der obwohl er außer gegen die USA jeden Tag bei brütender Hitze gecatcht hat das Turnier mit einem sehr respektablen Schlagdurchschnitt von  .348 abschließt.

Auch Spieler wie Rex Helmig, gestern zum wiederholten Mal mit einem wichtigen RBI Hit, Ladislaus Landwehr, Anton De Angelis oder Christoph Ehrich und Kalle Michel hatten ihre starken Momente, Robin Buchwald hinterließ als Reliefpitcher einen guten Eindruck,  hatte dann zwischendurch wie auch der gegen die USA gut werfende Lou Helmig Armprobleme, so dass beide weniger eingesetzt werden konnten, aber insgesamt kann man sehen, dass für die meisten deutschen Spieler die Härte und Weite der gegnerischen Schläge total ungewohnt ist, dass sie die Schnelligkeit und Aggressivität ihrer Gegner auf diesem Niveau ein wenig irritiert und dass wir doch einige Spieler in unseren Reihen haben, die einfach nicht stark und schnell genug sind, um in der Medal Runde zu spielen. Am Pitching lag es jedenfalls wie gesagt nicht sondern neben der mangelnden Physis einiger an der Defense und dem Hitting, obwohl unsere Gegner einfach auch alles gefangen haben (im Gegensatz zu uns) und gerade China gegen Deutschland mit Diving Plays und fehlerfreier Performance das Spiel ihres Lebens gemacht hat. So haben sie in den anderen Spielen nicht gespielt.

Unser Pitching war weitgehend auf internationalem Niveau und das zu gewähreisten war eines der DBA Partikularziele der letzten Jahre. Die vielen Errors im Infield bleiben unerklärlich und haben uns ein besseres Ergebnis gekostet, denn die Jungs können das einfach besser, aber im Outfield fehlt  die Erfahrung und damit die richtigen Instinkte. Im Training werden per Drop Step, Drehung auf der Handschuhseite wenn es geht usw die richtigen Routen gelaufen, hier bei der WM ging beim  ein oder anderen des Öfteren bei Linedrives der erste Schritt nach vorne, um dann danach einem fangbaren Ball hinterherlaufen zu müssen. Solche Schläge sehen sie aber in Europa und in Deutschland schon gar nicht. Selbst die aufwendige Vorbereitunsserien in Boca Chica, Italien, USA haben unsere Spieler zm Teil nichgt ausreichend auf dieses Niveau, auf diese Herausforderungen und Anforderungen vorbereiten können, denn selbst in Houston,Texas waren die sehr guten Gegner doch nicht auf diesem Niveau hier.

Aber dennoch bleibt festzustellen, dass wir in ein paar  Spielen, die verloren gegangen sind, sehr gute Sieg Chancen hatten oder zumindest auf Augenhöhe mitgespielt haben. Das ist für sich schon ein großer Erfolg, denn in den meisten Ländern deren Mannschaften hier in Panama vertreten waren ist Baseball Volkssport. Die Coaches wählen aus Hunderttausenden von Kindern aus, von der Oma bis zum Nachbarskind kennt sich jeder mit Baseball aus, es ist im täglichen Leben permanent präsent  und wer ab und zu bei einer deutschen DM zugeschaut hat weiß, dass es unseren Jungs nicht hoch genug anzurechnen ist, dass sie z.B.  hier die Baseball-Only Nation Taiwan am Rande einer Niederlage hatten. Eine ganze Reihe unserer Jungs gehören wie beschrieben in dieser Altersklasse zur erweiterten Weltklasse. Der Original-Schildwall des 1999-er Jahrganges, der 2014 bei der WM in Mexiko so stark aufgespielt hat, war einfach auf den Schlüsselpositionen stärker besetzt als unsere 2004-er und 2003-er dieses Jahr und war auch 15 Jahre alt.

Es war jedenfalls ein ereignisreiches Jahr für unsere Mannschaft, in der sie sich enorm weiter entwickelt hat und für nächstes Jahr, wenn wie gesagt 10 Spieler immer noch Jugend Nationalmannschaft spielen kann, einiges erwarten lässt. Wir werden wieder alles geben. An dieser Stelle möchte ich mich bei Medizinmann Nik Bendlin bedanken, der auch darüber hinaus unermüdlich und kompetent im Einsatz war. Der Trainerstab war auch tight, danke an Heiko Schumacher, Sven Huhnholz und Octavio Medina

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