Georg Bull

Der Macher

Eine längst fällige Danksagung

Viele kennen den Macher hinter den Kulissen der DBA. Viele denken sie kennen ihn, haben aber keine Ahnung, wer er wirklich ist und wieviel ihm der Sport, die Kids und das Wohl des Deutschen Baseball am Herzen liegen. Georg Bull war schon als Kleinkind früh in Kontakt mit dem Sport. Mit Claus Helmig als damaligen Mentor bereiste er schon in jungen Jahren Europa mit dem damals wohl besten Team aus dem Mannheimer Raum. Als Goalie im Eishockey war auch schnell klar, dass es nur eine Postion für ihn gab, nämlich die des Catchers. Georg ist in vielen Dingen ein Pionier im Deutschen Baseball. Jungs, die mittlerweile im Winter in Südafrika spielen oder in der Dominikanischen Republik tun dies, weil er die Weichen dafür stellte, ein gutes Bild hinterließ für alle ihm folgenden Spieler den Weg bereitete. In den 90er Jahren spielte man noch vor tausenden Menschen in Kapstadt in der dortigen Liga, das Niveau war sehr hoch. Auch in der vom DBV abgekoppelten TELE5 Liga in Deutschland, zusammen mit Militärs, zum größten Teil ExPros, hinterließ er Spuren, wurde Batting Champion und saugte viel Wissen auf. Er errichtete die Baseballworld Strausberg, heute immer noch Standort für unsere DBA Camps. Mitten im nirgendwo im Osten Deutschlands formte er einen Verein, der kurze Zeit später in der Bundesliga für Furore sorgte. Sowohl die Softballer als auch die Baseballer der Raingirls bzw der Sunwarrior gehörten schnell zu den Top Adressen in unserem kleinen Baseballuniversum. Es folgten etliche Meisterschaften sowohl als Spieler als auch als Trainer. Besonders im Nachwuchsbereich wuchs seine Leidenschaft immer mehr. Die Entwicklung der Kids zu beobachten, ihnen Exposure zu geben und sie auf das nächste Level zu bringen, das waren die Ziele. So schaffte er es ein riesiges Konsortium von Stiftungsvorständen samt Martin Nixdorf mit einem pädagogisch, sportlichen Konzept davon zu überzeugen Millionenbeträge in eine Randsportart zu investieren und eine ganze Generation zu fördern. Ich könnte jetzt noch etliche weitere Meilensteine erwähnen, weitere Geschichten erzählen. Doch die der DBA ist die entscheidende. Ein paar Jahre später sah der DBV die gute Arbeit und fragte eine Kooperation an, weil der Verband selbst einfach nicht über die finanziellen Mittel verfügte ein solches Angebot zu bieten. Seitdem betreuen wir die U15, später auch die U12 Nationalmannschaften. Mittlerweile mit 4 Titeln in der Tasche. Dreimal U15 Europameister und ein Titel bei den Schülern U12 sprechen eine deutliche Sprache. Georg Bull lernt ständig dazu, sucht sich die besten (z.B. Nate Trosky) und saugt deren Baseballwissen auf wie ein Schwamm, macht es sich zu eigen und sogar noch ein wenig besser. Ich kenne ihn lange, als Mitspieler und Mentor. In vielen Gesprächen habe ich seine Motivation und wahrhaftigen Absichten erkannt und die Leidenschaft für den Sport und deren Entwicklung stehen an vorderster Stelle. Wir haben uns rund um den Globus einen Namen gemacht. In der dominikanischen Republik eine Akademie aufgebaut. Aber warum? Um damit reich zu werden? Weit gefehlt – hier geht es einzig und alleine darum, den Jungs eine Basis für das nächste Level zu bieten. In diese Aufgabe steckt Georg Bull soviel Herzblut und Arbeit, dass er als 3facher Vater auch manchmal zu Hause aneckt. Insgesamt fast 150 Tage on the Road pro Jahr. Mit müden Augen quer durch Europa fahrend oder um die Welt fliegend, immer auf der Suche nach dem Gegner, der uns besser macht.

Polarisiert Georg Bull mit seiner Art manchmal? Ja – natürlich, denn nur eine 0 hat keine Ecken und Kanten. Wir als Coaches wissen das besser als alle anderen. Er treibt uns auch manchmal in den Wahnsinn aber nur so funktioniert der Laden, das wissen alle. Viele unterschätzen ihn aufs Gröbste. Georg ist ein Tausendsassa. Er hat mehr Bücher gelesen als alle anderen Menschen, die ich kenne, diskutiert gerne über Politik und Philosophie. Er ist ein Musikkenner par excellence, was nicht von ungefähr kommt, da sein Bruder einer der angesehensten Musiker in Kalifornien ist, an der UCLA sogar einen Lehrstuhl bekleidet. Oft sitzen wir da, reden über Gott und die Welt und kommen aber letzen Endes immer wieder auf seine wahre Leidenschaft zurück – BASEBALL. Das ist was er lebt und atmet und für das er viele Opfer bringt und auch gerne mit dem ein oder anderen aneckt. Doch wenn man ihn kennt und die Motive die dahinterstecken, ein kleines bisschen weniger verbohrt wäre, dann wären wir in unserer kleinen Deutschen Baseballwelt ein großes Stück weiter.

Georg weiss nicht, dass ich das gerade schreibe, würde mir es wahrscheinlich verbieten. Aber ich muss es einfach mal loswerden.

Vielen Dank Georg Bull, für deinen unermüdlichen Einsatz für die Kids, den Sport und deine bedingungslose Leidenschaft für das beste Spiel auf diesem Planeten.

4 Responses

  1. Alle die Georg erleben, wissen, dass es genau so ist wie Heiko es zutreffend wiedergegeben hat.
    Macht weiter so Jungs. Toll, dass die in unseren Breitengraden so exotische Sportart gepuscht wird. Toll, dass es so Männer und auch Frauen gibt, die ihrer Leidenschaft folgen und dabei nicht immer auf das Geld schauen.

  2. Marion

    Das sehe ich ganz genau so, Heiko, der Artikel ist gut geschrieben! Wer George kennt, weiß, wie viel er bereits in seiner aktiven Laufbahn im Baseball geleistet hat! Schön, das er dieses Fachwissen an so viele Baseball Kids über die DBA weitergeben kann!!
    Und es ist ganz wunderbar, das es z.B. einen Martin Nixdorf gibt, der diese Möglichkeit der Förderung schuf!

  3. Andy Lorenz

    Ich kann mich dem nur anschließen und muss sagen, dass George und Martin Helmig 1992 beim ersten Camp in Mannheim maßgeblich daran beteiligt waren meine Flamme für Baseball endgültig vollends zu entfachen. Auch die Idee ständig an sich zu arbeiten – sei es Mechanics, Athleticism oder mental – kam daher.
    Ich nehme an, bei meinem Keystone Partner Mirko Heid war das genauso, nur war der sportlich erfolgreicher als ich. 🙂

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